FonoForum 08/2008
Brahms-Liebhaber

Wäre der Klang dieser Einspielung nicht so bestechend klar und von einer so natürlichen Räumlichkeit – man könnte sie fast für eine historische Aufnahme halten. Denn die Brahms-Interpretation des Auryn-Quartetts betört den Hörer mit scheinbar (!) altmodischen Tugenden, die in der Epoche zackiger Tempi und knackiger Kontraste mitunter ein bisschen in Vergessenheit geraten sind. Das gilt etwa für das wunderbar dichte Legato, mit dem die Streicher im Kopfsatzdes c-Moll-Quartetts große, kantable und weiche Bögen spannen – dadurch wirken die Punktierungen nicht so zickig und kleinteilig, wie es sonst manchmal der Fall ist. Oder für ihren Umgang mit dem Tempo: Die Musiker nehmen sich Zeit, um melodische Linien expressiv auszusingen, ohne dabei auf der Stelle zu treten– ein Musterbeispiel für den geschmackvollen Einsatz von Rubati, unerlässlich in der romantischen Musik! Nicht minder genüsslich sind die feinen harmonischen und farblichen Wechsel der Brahms’schen Klangsprache ausgekostet. Man höre etwa die leise geflüsterte, aber dennoch ganz warm musizierte Wiederholung des Themas im langsamen Satz aus dem zweiten Quartett. So entsteht hier eine anrührende, sehr ausdrucksvolle und dennoch ganz transparent geformte Einspielung, die zeigt, dass eine Formation, die seit 27 Jahren in derselben Besetzung spielt, von der reichen gemeinsamen Erfahrung profitieren kann, ohne dabei in Routine zu erstarren: Die Interpretation zeugt einerseits von einer reifen, meisterlichen Ensemblekultur und kündet andererseits unverkennbar von der tief empfundenen Liebe zur Musik. Ein Höhepunkt in der Diskographie des Auryn-Quartetts. Und eine der schönsten Brahms-Aufnahmen des gesamten Katalogs. Marcus Stäbler
Musik ★★★★★
Klang ★★★★★

Brahms, Sämtliche Streichquartette
Auryn-Quartett (2007)
Tacet/Gebhardt 2 CD 009850015505 (102’)

"Ein Klang, der süchtig macht."
Stuttgarter Zeitung

Das Besondere, das dieses Streichquartett vor vielen anderen auszeichnet, ist eine enorme klangliche Präsenz und Modulationsfähigkeit. Die klangliche Wärme und Tiefe zog sich wie ein roter Faden durchs Programm, ...
Immer wieder überraschte "Auryn" mit tonlicher Leuchtkraft und enormer klanglicher Geschmeidigkeit.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die phänomenale Interpretation des Streichquartetts G-Dur D 887 von Franz Schubert durch das Auryn-Quartett wird in die Annalen eingehen - kaum jemand im Saal wird zuvor eine derart überwältigende Wiedergabe gehört haben. Tempowahl, Intonation, Dynamik, Phrasierung, Klangbalance: Hier stimmte einfach alles!
Hamburger Abendblatt


In den Quartetten von Haydn und Mozart (C-Dur, Opus 74,1 und B-Dur, KV 458) bewies sich ... die außerordentliche Stufe der Quartettkunst dieses Ensembles, das in einem Atem zu phrasieren weiß und die vollkommene Balance des solistischen Engagements der Einzelstimme und des organisch modulierenden Quartettklangs zu höchster Kultiviertheit entwickelt hat (was gerade die langsamen Sätze dieser Werke zu musikalischen Höhepunkten werden ließ).
Der Tagesspiegel, Berlin

Haydn, Britten und Beethoven in der Tonhalle Düsseldorf:
Was könnte man sich am Vortrag des Auryn-Quartetts anders oder besser vorstellen; was müßte man ihm nachsehen, verargen gar? Diese vier Streicher spielen schlicht vollkommen, mag einem dieses abgegriffene Wort auch noch so schwer über die Lippen gehen.
... Entscheidend aber ist die Gemeinsamkeit des Geistes. Die Auryn-Leute beseelt die gleiche Kunstgesinnung.
... Der Vortrag des Auryn-Quartetts wird als Interpretations-Leistung von einsamer Höhe in Erinnerung bleiben.
Rheinische Post, Düsseldorf